Wie mich das Leben in Deutschland verändert hat

 

Es ist fast 8 Jahre her, seit ich nach Deutschland gekommen bin. Heute möchte ich darüber schreiben, wie mich das 8-jährige Leben in Deutschland verändert hat.

 

Weniger Fokus auf das Äußere

Als ich in Korea war, stand ich unter ständigem Druck, der aktuellen Mode zu folgen. z.B. Klamotten, Friseur, Make-Up. Dort hatte ich den Eindruck, dass mein Aussehen ständig von anderen beurteilt wird. Wenn man in Südkorea  ungeschminkt zur Arbeit geht, ist es wahrscheinlich, beispielsweise so etwas zu hören:

 „Was ist los mit dir?“ (Weil man ungeschminkt zur Arbeit erschienen ist..)

Um solche Kommentare zu vermeiden, musste ich mich jeden Morgen anstrengen, mich etwas zu schminken. Es war eine Art sozialer Druck.

Seit ich in Deutschland bin, ist mir aufgefallen, dass die Leute hier sich eher praktikabel anziehen . Natürlich gibt es auch Leute, die ein hohes Modebewusstsein haben. Aber generell denke ich, der soziale Druck, gut aussehen zu müssen, ist geringer in Deutschland als in Korea. Meiner Meinung nach gibt es dafür mehrere Gründe.

Zunächst einmal gibt es in dieser Gesellschaft ein hohes Bewusstsein dafür, dass Kommentare über das Aussehen unangenehm sein könnten.

Zweitens bevorzugen die Leute hier praktische Mode. Ich denke, es könnte teilweise am deutschen Wetter liegen, da es oft unberechenbar ist.

Ich finde diese Kultur sehr gut, da der Mensch Energie, Geld und emotionalen Stress sparen kann. Stattdessen kann sich der Mensch auf die für ihn wichtigen Dinge konzentrieren.

 

 

Bitte direkt, klar sagen

In meiner Anfangszeit in Deutschland hatte ich einige Schwierigkeiten, mich mit deutschen Freunden zu verständigen.

Bei den Gesprächen mit deutschen Freunden wurden mir oft Fragen gestellt wie: „Bist du sicher?“ „Meinst du..? Manchmal hatte ich Sorge, ob ich für dumm gehalten werde, da sie anscheinend nicht verstanden haben, was ich gesagt habe.

Später erkannte ich den Hintergrund dieser Fragen. Bei den meisten dieser Fragen ging es darum, meine Absicht klar zu verstehen. Am Ende kam ich zu dem Entschluss, dass die Art und Weise, wie ich mich ausdrücke, für sie etwas indirekt und unklar war.

Meine Theorie ist, dass die koreanische Art, eine Absicht auszudrücken, indirekter ist als die deutsche. In Korea gilt ein sehr direkter Ausdruck als unhöflich, da der Mensch auf die Gefühle anderer Rücksicht nehmen sollte. Man weiß vorher nicht, wie die andere Person reagiert. Seid also besser weniger direkt. Der indirekte Ausdruck ist mit dem Respekt verbunden. 

Ein Beispiel: wenn ein Freund etwas sagt, was meiner Meinung widerspricht, antworte ich lieber etwas wie „es ist ein guter Punkt. Ich denke nur, dass es zum Beispiel andere Aspekte gibt.“ Als „Ich stimme dir nicht zu.“

Als ich mit meinen Freunden auf Deutsch sprach, sagte ich auf Deutsch „was ich auf Koreanisch gesagt hätte“. Aber ein solcher indirekter Ausdruck war für meine Freunde anscheinend schwer zu verstehen.

Ich habe eine Anekdote. Einmal wurde ich zu einer Party eingeladen und ein Freund fragte mich, ob ich dabei wäre. Ich konnte nicht, weil ich einen anderen Plan hatte. Also sagte ich:

„Danke, ich wäre gerne dabei, aber ich habe einen anderen Termin. Ich werde dich wahrscheinlich später kontaktieren, wenn ich es schaffen kann.“

Der Freund sah verwirrt aus und fragte noch einmal: „Kommst du also oder nicht?“

Wenn dieser Freund Koreaner gewesen wäre, hätte er verstanden, dass ich nein meinte, weil es eine respektvolle Art war, nein zu sagen.

Aus dieser Erfahrung habe ich gelernt, dass ich besser sagen sollte: „Ich kann nicht, aber danke für die Einladung“

Da dies manchmal zu Missverständnissen führen kann, kann es hilfreich sein zu wissen, wenn du koreanische Freunde hast!

 

 

Höheres Umweltbewusstsein

Wie ich in Deutschland auf die Umwelt aufmerksam geworden bin!

Als ich Studentin war, war die Umweltproblematik eines der Hauptthemen sowohl in der Universität als auch beim privaten Bierabend, sowas wie Fleischverzicht und Klimapolitik. Auch wenn ich jeden Morgen Nachrichten lese, sind umweltbezogene Themen immer dabei.

Auch in meinem Arbeitsumfeld begegne ich sehr oft dem Thema Umwelt, da es sehr geschäftsrelevant ist.

Ich denke, das Umweltbewusstsein ist in Deutschland sehr hoch. Da ich jeden Tag mit Umweltthemen konfrontiert werde, beeinflusst dies mein alltägliches Verhalten. Ich verzichte auf Einweg-Plastikbecher und Plastiktüte so lange wie möglich. Auch wenn ich Einwegplastik kaufen muss, habe ich ein schlechtes Gewissen.  


Rückblickend habe ich festgestellt, dass ich mich verändert habe, indem ich versucht habe, die Schwierigkeiten der kulturellen Unterschied zu überwinden, die ich in meinen frühen Tagen in Deutschland erlebt habe. ich mag sogar diese neuen Aspekte und Ich habe das Gefühl, dass ich meine deutschen Freunde besser verstehen kann als früher. 

Auch wenn es manchmal noch schwierig ist, die deutsche Kultur zu verstehen, freue ich mich darauf, neue Seiten und auch mich selbst zu entdecken! 

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